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17. Februar 2009

Wie man(n) online flirtet

Abgelegt unter: Allgemein — Mrsingleboerse @ 22:59

Jeder zweite deutsche Single benutzt heute das Internet zur Partnersuche.

Über sieben Millionen Männer sind hierzulande ständig auf Singlebörsen wie FriendScout24, neu.de, Datingcafe oder ilove unterwegs. Und auch auf Community-Websites und Social Networks wird heftig geflirtet. So schreiben etwa auf Facebook Deutschland 47 Prozent aller angemeldeten Männer “Single” und “interessiert an Frauen” in ihr Profil.

Egal auf welcher Plattform: Richtig flirten will gelernt sein.

Eine attraktive Frau bekommt allein schon im StudiVZ pro Tag bis zu zehn Mails von fremden Männern. Auf Flirt- und Votingseiten ist die Zahl oft noch höher.

Die erste Hürde, die es als Mann zu überwinden gilt, ist es deswegen, aus der Masse der anderen Mails in ihrem Posteingang hervorzustechen. Und das ist vergleichsweise einfach. 90% aller Ansprechmails im Netz lesen sich entweder so:

“Hi, wie geht’s dir? Lust zurückzuschreiben?”,

oder so:

“Wow, du bist wunderschön und ich musste dir einfach schreiben. Würde mich freuen wenn du dich mal meldest.”.

Beides ist fast immer nett und aufrichtig gemeint - aber als Frau gewöhnt man sich eben dran, wenn man es fünfzigmal nacheinander gelesen hat.

Wer Erfolg haben will, muss mit seiner Ansprechmail Neugier wecken. Er muss sein Gegenüber herausfordern. Sein Ziel muss sein, dass sich die Empfängerin denkt:

“Meine Güte! Wer ist dieser Kerl? Ich bin neugierig, der scheint irgendwie anders zu sein…”

Die Daumenregeln:

Lieber kurz als lang. Lieber eine Feststellung als eine Frage. Und vor allem lieber neckisch wie ein Schuljunge als anbetend wie ein Minnesänger.

Beim Online-Dating ist es auch okay, dieselben Flirtsprüche immer wieder zu verwenden. Vorausgesetzt natürlich, man hat sie an die eigene Persönlichkeit angepasst und gute Erfahrungen damit gemacht. Weil Frauen im Netz soviel öfter angesprochen werden als im echten Leben, geben sie solchen Nachrichten oft nur wenige Sekunden ihrer Aufmerksamkeit. Und so unromatisch das auch klingt: Es lohnt sich aus diesem Grund einfach nicht, sich vor jedem Anschreiben etwas Neues auszudenken.

Hat man dann eine Antwort bekommen, sollte man jetzt nicht anfangen, mit langweiligen Interview-Fragen zu langweilen. Mal ganz ehrlich: Wo sie arbeitet und was sie zum Wochenende gemacht hat interessiert dich doch eigentlich sowieso nicht. In Wirklichkeit geht es um was ganz anderes. Es geht darum, eine Verbindung zu ihr aufzubauen - rauszufinden, was für ein Mensch sie ist und ihr zu zeigen, was für einer man selber ist.

Die Daumenregeln hier:

Fakten (”Was hast du für einen Beruf?”) sind langweilig. Gefühle (”Was gefällt dir am besten an deinem Beruf?”) sind interessant.

Für viele Männer kostet das einiges an Gewöhnung. Es geht hier nämlich längst nicht mehr um die richtigen Worte oder darum, sie “bei der Stange zu halten” bis man endlich nach der Nummer fragen kann um sie RICHTIG kennenzulernen. Das Gespräch IST schon das Kennenlernen! Wer es hier nicht fertig bringt, sich zurückzulehnen, zuzuhören, neugierig und witzig zu sein, der wird das auch am Telefon oder im Eiscafé nicht schaffen.

Nicht zuletzt sollte man daran denken:

Wenn das Gespräch mit ihr einfach nicht in die Gänge kommt, kann es auch sein, dass sie einfach nicht auf deiner Wellenlänge ist. In dem Fall lohnt sich die Mühe nicht, und man sollte einfach weiterziehen. Im Netz ist es ja nicht so, wie in der Schule, auf Arbeit oder in der Disco. Es ist nicht so, dass es nur eine Hand voll Mädels gäbe und dann wäre Schluss. Die Auswahl im Netz ist unbeschränkt.

Online-Dating läuft nach anderen Regeln, als der einzelne Flirt im täglichen Leben. Im täglichen Leben trifft man nicht hunderte von Frauen. Und wenn man flirtet - etwa am Arbeitsplatz - dann zieht sich so ein Flirt unter Umständen über Wochen hin. Um gut zu sein im Online-Dating muss man diese Unterschiede erkennen. Und man muss die beiden großen Vorteile nutzen, den das Internet bietet:

Geschwindigkeit und Auswahl.

Gastbeitrag von Leonard Baumgardt

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